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Hygienekurs: Hygiene wird grossgeschrieben

Link zum vollständigen Bericht:

Die FREI’S Schulen entwickelten 1994 gemeinsam mit dem Verband der Schweizerischen Berufstätowierer VST einen Hygienekurs, der seit 2007 gemäss den empfohlenen Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit durchgeführt wird. In 20 Jahren haben rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz den Kurs in Luzern besucht.

Seit 1994 finden an den FREI’S Schulen die vom VST ins Leben gerufenen Hygienekurse für Tätowierer und Piercer aus der ganzen Schweiz statt. Auf Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit BAG hin, wurde 2007 der berufsspezifische Erste-Hilfe-Kurs in das Kursprogramm integriert. Ausserdem wurden die Kursinhalte in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden der Bereiche Permanent Make-Up PMU und Piercing angepasst. Seither besuchen auch die seit 2006 organisierten PMU-Fachpersonen den Kurs, der als Basis für alle weiteren Schritte gilt.

Kurs ist Voraussetzung
Die Kursteilnahme ist Bedingung für eine Mitgliedschaft im Berufsverband VST. Der Kurs bildet zudem die Grundlage zur Erlangung des Hygiene Quality Label für Studios. Das Label ist die höchste Zertifizierung für einen Betrieb dieser Berufssparten. Sie wird von den jeweiligen Fachverbänden vergeben und jährlich kontrolliert.
Jacqueline Stoll, Präsidentin Schweizer Fachverband für Permanent Make-up PMU erklärt, dass das HQ Label ebenfalls die Voraussetzung ist zur Erlangung des Zertifikates der Verbandsprüfung wie auch der Berufsprüfung zur Dermapigmentologin respektive zum Dermapigmentologen.

Richtlinien als Gütesiegel

Das BAG erarbeitete gemeinsam mit den Fachverbänden die schweizweit empfohlenen Richtlinien für eine «Gute Arbeitspraxis» im Bereich Tätowieren, Permanent Make-Up, Piercen und verwandten Praktiken. Diese Richtlinien beinhalten die Voraussetzungen für die Führung eines Betriebs, die Anforderungen an die Hygiene, die Produkte und die Infrastruktur sowie Notfallmassnahmen. 

Luc Grossenbacher, Präsident des Verbands Schweizerischer Berufstätowierer VST, erklärt: «Inhalte des Kurses bilden beispielsweise den korrekten Umgang mit der Hygiene am Arbeitsplatz, mit Instrumenten, gegenüber der Kundschaft und sich selbst. Ausserdem werden die Richtlinien des Bundes und die Zulässigkeit von Farbmaterialien vermittelt sowie ein berufsspezifischer Erste-Hilfe-Kurs erteilt.»

Meldepflicht und Hygienekontrollen 

Da künftig alle Studios und Tätowierende, die auf eigene Faust vorgehen, erfasst und kontrolliert werden sollen, beinhaltet die neue Verordnung im Lebensmittelgesetz ab Mai 2017 eine Meldepflicht für Tätowierer bei der zuständigen kantonalen Lebensmittelbehörde. 

Deshalb haben dieses Jahr auch fünf Lebensmittelinspektoren aus Zürich, Winterthur und Liechtenstein am Kurs teilgenommen. Mit der Teilnahme eigneten sie sich das nötige Wissen über die Richtlinien für Studios in den Bereichen Tattoo, Piercing und PMU an.