Hygiene

An oberster Stelle steht die Hygiene, denn das schönste Permanent Make-up wirkt nicht, wenn danach eine Infektion aufgrund mangelnder Sauberkeit auftritt! Wie weiss ich, ob das Studio meiner Wahl die hygienischen Bedingungen erfüllt?

Auf den 1. Januar 2006 traten gesetzliche Bestimmungen mit Anforderungen an Materialien, die für das Tätowieren, das Piercen und das Aufbringen von Permanent Make-up, verwenden werden, in Kraft.

Diese Bestimmungen sind in der Verordnung des EDI enthalten. Gestützt auf diese Bestimmungen wurden von Fachpersonen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) / NEU: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) entsprechende Richtlinien erarbeitet, welche nun vom BAG/BLV zur Anwendung empfohlen werden. Diese Kontrollen werden von der Firma EYECO.ch durchgeführt und die Zertifikate nach bestandener Kontrolle ausgehändigt.

RICHTIGSTELLUNG

In den Medien wurde des Öfteren fälschlicherweise darüber berichtet, dass die Frima Eyec.ch Zertifizierungen in Tatoo-, Piercing und PMU Betrieben vornehme. Diese Darstellungen waren irreführend und entsprachen nicht der Wahrheit. Der Schweizer Fachverband für Permanent Make Up (PMU) nimmt dazu wie folgt Stellung: Die Firma Eyeco.ch wurde als unabhängige Firma von den Fachverbänden beauftrag bei Betrieben, welche das Hygiene Quality Label beantragen möchten, eine Hygienekontrolle durchzuführen, deren Grundlage die Richtlinie für eine "Gute Arbeitspraxis" bildet. 

Diese Hygienekontrolle entspricht jedoch nicht einer eigenständigen Zertifizierung, sondern ist ein geforderter Bestandteil zum Erlangen des Hygiene Quality Label, welches vom BAG/BLV empfohlen wird.
Die Medienberichte suggerierten jedoch, dass diese Hygienekontrolle eine Zertifizierung des Betriebes darstelle und nicht, dass diese Hygienekontrolle ein Bestandteil der Grundvoraus-setzungen für den Erhalt des Hygiene Quality Label ist.
Es gibt Betriebe, bei denen eine solche Hygienekontrolle durchgeführt wurde, die jedoch das Prädikat „alle Voraussetzungen zum Erhalt des Hygiene Quality Label erfüllt“ nicht erreichten und somit in keiner Weise „Zertifiziert“ sind, sprich – die „Zertifizierung“ Hygiene Quality Label nicht erlangt haben.

 Das einzige, anerkannte und unverwechselbare „Zertifikat“ der Schweiz, für Tätowier-,Piercing- und Permanent Make-Up Betriebe ist das Hygiene Quality Label welches vom Bundesamt für Gesundheit „BAG / BLV“ empfohlen wird.

Hygienekurs: Hygiene wird grossgeschrieben (13./4.3.2017)

Link zum vollständigen Bericht:

Die FREI’S Schulen entwickelten 1994 gemeinsam mit dem Verband der Schweizerischen Berufstätowierer VST einen Hygienekurs, der seit 2007 gemäss den empfohlenen Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit durchgeführt wird. In 20 Jahren haben rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz den Kurs in Luzern besucht.

Seit 1994 finden an den FREI’S Schulen die vom VST ins Leben gerufenen Hygienekurse für Tätowierer und Piercer aus der ganzen Schweiz statt. Auf Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit BAG hin, wurde 2007 der berufsspezifische Erste-Hilfe-Kurs in das Kursprogramm integriert. Ausserdem wurden die Kursinhalte in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden der Bereiche Permanent Make-Up PMU und Piercing angepasst. Seither besuchen auch die seit 2006 organisierten PMU-Fachpersonen den Kurs, der als Basis für alle weiteren Schritte gilt.

Kurs ist Voraussetzung
Die Kursteilnahme ist Bedingung für eine Mitgliedschaft im Berufsverband VST. Der Kurs bildet zudem die Grundlage zur Erlangung des Hygiene Quality Label für Studios. Das Label ist die höchste Zertifizierung für einen Betrieb dieser Berufssparten. Sie wird von den jeweiligen Fachverbänden vergeben und jährlich kontrolliert.
Jacqueline Stoll, Präsidentin Schweizer Fachverband für Permanent Make-up PMU erklärt, dass das HQ Label ebenfalls die Voraussetzung ist zur Erlangung des Zertifikates der Verbandsprüfung wie auch der Berufsprüfung zur Dermapigmentologin respektive zum Dermapigmentologen.

Richtlinien als Gütesiegel

Das BAG erarbeitete gemeinsam mit den Fachverbänden die schweizweit empfohlenen Richtlinien für eine «Gute Arbeitspraxis» im Bereich Tätowieren, Permanent Make-Up, Piercen und verwandten Praktiken. Diese Richtlinien beinhalten die Voraussetzungen für die Führung eines Betriebs, die Anforderungen an die Hygiene, die Produkte und die Infrastruktur sowie Notfallmassnahmen. 

Luc Grossenbacher, Präsident des Verbands Schweizerischer Berufstätowierer VST, erklärt: «Inhalte des Kurses bilden beispielsweise den korrekten Umgang mit der Hygiene am Arbeitsplatz, mit Instrumenten, gegenüber der Kundschaft und sich selbst. Ausserdem werden die Richtlinien des Bundes und die Zulässigkeit von Farbmaterialien vermittelt sowie ein berufsspezifischer Erste-Hilfe-Kurs erteilt.»

Meldepflicht und Hygienekontrollen 

Da künftig alle Studios und Tätowierende, die auf eigene Faust vorgehen, erfasst und kontrolliert werden sollen, beinhaltet die neue Verordnung im Lebensmittelgesetz ab Mai 2017 eine Meldepflicht für Tätowierer bei der zuständigen kantonalen Lebensmittelbehörde. 

Deshalb haben dieses Jahr auch fünf Lebensmittelinspektoren aus Zürich, Winterthur und Liechtenstein am Kurs teilgenommen. Mit der Teilnahme eigneten sie sich das nötige Wissen über die Richtlinien für Studios in den Bereichen Tattoo, Piercing und PMU an.